Die Zeug-Seite


Waffen und Rüstungen hatten wir schon, jetzt kommt »Zeug«. Was ist »Zeug«? Nun, »Zeug« ist alles, was keine Rüstung und keine Waffe ist. Hier werden in Zukunft Schnittmuster, Bastelvorlagen und ähnliches zu finden sein. Wie üblich bin ich für jeden Tip und jede Bastelidee dankbar, die Ihr mit dem Rest der LARP-Welt teilen wollt. Wenn Ihr also gute Ideen oder Verbesserungsvorschläge habt, bitte schickt mir eine E-Mail und ich werde die Ideen auf's Netz stellen. (Natürlich unter voller Nennung des Namens des Erfinders.)

 

Zusätzliches Zeugs

Schwertscheiden
Schriftrollen-Behälter
Medizinische Fantasy-Zeichnungen

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Kleidung - Schnittmuster

kommt bald...

 

Adressenlisten

Spreeengstoff und Effektladungen

 

Schwertscheiden

Schwertscheiden sind nicht nur das Tüpfelchen auf dem »i«, sie sind auch ein wirklicher Faktor im Aussehen der Gewandung. Es gibt genug Leute, die Ihr Schwert lose durch den Gürtel stecken – ein richtiger Schwertträger sollte aber eine Schwertscheide besitzen. Leider sind Schwertscheiden relativ schwer zu basteln. Zugegeben – Aus Leder ist sowas schnell gebastelt, aber Leder ist teuer und das Nähen ist anstrengend und irgendwie ist das Ergebnis nicht wirklich begeisterungswürdig.


Gregor Lindner hat sich da ein paar Gedanken zu gemacht und kam auf eine geradezu geniale Idee: Warum nur einen Linothorax tragen, wenn man auch eine Lino-Schwertscheide haben kann? Das Verbundmaterial aus Leinen und Leim wird sehr stabil und bleibt dabei sehr leicht. Darüber hinaus wird das Material sehr hart und man kann problemlos Metallverziehrungen daran anbringen oder das Material bemalen.
So, wie baut man jetzt diese Schwertscheide? Fangt damit an, daß Ihr euer Schwert in mehrere Lagen Zeitungspapier hüllt und das ganze mit diesem braunen Paketband abdichtet. Es ist wichtig, daß dieses Paketband das Zeitungspapier vollkommen bedeckt und abdichtet, da der Leim sonst das Zeitungspapier durchtränken würde und es mit der Waffe verkleben würde. Es sollten so 3 bis 5 Schichten Zeitungspapier sein, wenn die Schwertscheide locker sitzen soll, sollten es besser 10 Schichten sein.
Jetzt fang Ihr an Leinenstreifen auszuschneiden, die Ihr mir Leim tränkt und um diese Zeitungspapier-und-Schwert-Konstruktion herumwickelt. Es gibt hier zwei Methoden: Entweder einen breiten Streifen, der einfach Schicht für Schicht weiter gewickelt und dabei mit Leim eingeschmiert wird oder Mehrere Streifen, jeweils etwas mehr als doppelt so breit wie die Klinge des Schwertes, die eingeschmiert werden und dann um das Schwert geklebt werden. Ich ziehe letztere Methode vor, die erste ist aber bedeutend schneller in der Verarbeitung solang man den Trick mit dem Besenstiel kennt: Das Gewebe erst um einen Besenstiel wickeln und dann vom Besenstiel abrollen, einschmieren und glatt-streichen.
Diese ganze Konstruktion sollte man mehrere Wochen lang trocknen lassen (Gregor meinte es dauert bis zu 3 Wochen), bevor man sie weiter verarbeitet. Modernerer Leim (am besten wasserfester Leim) und ein guter (vor allem großer) Ofen verkürzen diese Zeit auf einen oder zwei Tage: Die gesamte Konstruktion zwei Tage antrocknen lassen und dann im Ofen bei circa 70° Celsius fertig trocknen. Bevor Ihr die Schwertscheide aber in den Ofen schiebt, solltet Ihr das Schwert daraus lösen und durch mehrere Holzstäbe ersetzen. Um die richtige Form zu erhalten sollte man Holzstäbe in die Schwertscheide stecken. Ich habe für solche und ähnliche Arbeiten ein kleines Sortiment von Holzstäben mit verschiedenen Durchmessern aus dem Baumarkt. Diese Stäbe halten die Schwertscheide beim Trocknen gerade und halten bedeutend mehr Hitze aus als ein Polsterschwert.


Wer keine solche Leinen-und-Leim-Schwertscheide haben will, sollte sich mit einer Lederscheide begnügen. Die einfachste Form einer Schwertscheide ist der Schwerthalter – eine Art kurze Röhre aus Leder, die das Schwer am Gürtel hält, leider aber auch ziemlich rumschlabbert und die Klinge kaum schützt – kein Krieger, der etwas auf sich hält würde einen solchen Waffenträger dauerhaft verwenden. Auf der Vorteilsseite bleibt zu sagen, daß ein Schwerthalter kaum Leder verbraucht, im Kampf nicht stört und verschiedenste Waffen aufnehmen kann. Wenn man also auf Pirsch geht und sein Schwert nur mal kurz unterbringen muß, sollte man besser einen Schwerthalter als eine Schwertscheide verwenden. Grundsätzlich sollte ein Schwerthalter weit sein und die Klinge leicht aufnehmen – ein zu enger Schwerthalter würde die Waffe zwar gut festhalten, es wäre aber auch fast unmöglich, die Waffe schnell zu ziehen.


Wer es garnicht lassen kann, eine komplette Leder-Schwertscheide zu basteln, dem wünsche ich viel Spaß. Ich habe es einmal versucht und das Ergebnis war den Aufwand wirklich nicht wert. Wenn man es trotzdem versuchen will, schlage ich folgende Methode vor: Das Leder sollte mindestens 3 oder 4 mm dick sein. Nehmt das Lederstück circa 2,75 mal so breit wie die Klinge ist und legt es zum Test erstmal um die Klinge. Wenn es halbwegs paßt, vernäht Ihr einfach die Seiten. Wenn man die Seiten an der Schwertkante falzt und einfach an der anderen Kannte vernäht sieht es furchtbar aus – aus diesem Grund folgender Vorschlag: Legt die Seiten des Lederstückes aufeinander und bohrt mit einer Aale die Löcher für die Naht vor. Legt die Klinge in die Mitte des Lederstückes und falzt beide Seiten aufeinander zu, so daß die Naht auf der Oberseite der Klinge sitzt. Wenn die Schwertscheide fertig ist, liegt die Nahtseite auf der Seite die am Körper liegt und die häßliche Naht bleibt verborgen. Wenn man sich jetzt im Bastelladen ein wenig Messingblech besorgt, kann man die Schwertscheide auch noch entsprechend verziehren und vor allem verstärken.

Wer eine steife Schwerscheide haben will, sollte sich im Baumarkt eine Teppichleiste aus Messing oder stabilem, hitzebeständigen PVC besorgen, die in etwa die Breite der Klinge und auch deren Länge hat, und vor dem vernähen der Seiten unter der Klinge in der Mitte des Leders aufkleben, so daß die Klinge exakt auf der Teppichleiste zu liegen kommt. Wenn die Leiste perfekt sitzt, die Position markieren, die Leiste mit Kleber bestreichen und mit dem Leder verkleben. Jetzt nimmt man eine etwas stabilere Aale und sticht eine Reihe Löcher durch die Leiste und das Leder und näht die Leiste fest.
Dannach verschließt man die Lederscheide genau wie in der weichen Version und verziehrt sie entsprechend. Wer sich jetzt die Kante geben will, der Erhitzt die Lederscheide auf circa 60° Celsius (mehr hält der Lederkleber nicht aus) und streicht sie mit einem heißen Gemisch aus 50% Carnaubawachs und 50% Bienenwachs (oder auch mit einfachem Parafin) ein, bis die Schwertscheide eine einheitliche dunkle Färbung hat. Dann ist das Leder nicht nur stabiler - es ist auch noch Wasserdicht.

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Schriftrollenbehälter

Wohin mit diesen verdammten Schriftrollen? Nun ja, am besten in irgendeinen Behälter. Aber woraus soll man einen solchen Behälter bauen. Nun, da gibt es einige interessante Alternativen - die meisten davon im Baumarkt zu finden. Für den Billig-Bastler bieten sich erstmal Papp-Rohre an, die man bei vielen Tapeten, Folien und ähnlichen Materialien findet. Diese Papprollen kann man einfach bemalen, mit Lack einlassen oder mit Leder überziehen. Achtet darauf, daß es sehr steife, dicke Pappe ist und laßt sie auf jeden Fall mit Lack ein, da selbst leder-überzogene Pappe mal naß werden kann.

Wer es ein wenig haltbarer haben will, der kann sich im Baumarkt ein Abflußrohr kaufen. Ein Durchmesser von circa 5 cm bietet sich an. Dieses Rohr kann man einfach an einem Ende verschließen und dann mit Leder überziehen. Die Verschlußkappe für's andere Ende würde ich auf jeden Fall aus Leder machen.
Was sich bei Abflußrohren anbietet ist, daß man die Dinger mit einem Lötkolben verziehren kann. Seltsame Runen und Linien sind also kein Problem. Am Schluß ein Wenig Sprüh-Bronze drüber und es sieht auch noch akzeptabel aus.
Verziehrungen lassen sich recht gut aus Fimo oder anderen Form-Massen anfertigen, müssen aber später mit Pattex oder einem anderen Kleber befestigt werden. da sie nach dem Trocknen nicht von selber auf dem Plastik halten.

Wer sich wirklich arbeit machen will, kann sich im Baumarkt auch Blechrohre kaufen und daraus seine Schriftrollen-Behälter basteln. Die Dinger gibt es entweder in der Ofen-Abteilung oder bei den Dachrinnen. Der Vorteil ist, daß sie ganz gut aussehen, der Nachteil ist, daß sie weniger aushalten als die Plastikabflußrohre.

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Medizinische Fantasy-Zeichnungen

Ja, genau dass... Insgesamt sind es momentan nur 4 verschiedene Zeichnungen: Skelette eines Menschen, Elfen, Zwegen und eines Ork. Die Zeichnungen wurden eingescannt, nachbearbeitet und hier und da ein wenig korrigiert. Ich habe diese Zeichnungen vor Jahren auf einem schweizerischen LARP bekommen - und ich habe keine Ahnung, woher sie im Original stammen, wer das Copyright hat und so weiter. Sollte also irgendjemand genaueres wissen, dann schickt mir bitte eine Mail.

Bis dahin... viel Spass mit den Zeichnungen. Im Übrigen suche ich noch gute - und vor allem lizenz- und copyright-freie - Bilder von Drachenskeletten, Trollskeletten und allem möglichen anderen Viechzeugs. Wer also was hat: Schickt mir das Zeugs, damit ich es scannen und nachbearbeiten kann. Ansonsten schaue ich mal, was meine eigenen Talente so erreichen können.

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Spreeengstoffe - Effektladungen

Obwohl ich normalerweise ein grosser Fan des Selberbastelns bin, ist genau dies ein Bereich, wo ich von solchen Spielchen abrate. Natürlich findet man auf jedem LARP einen Idioten, der sich natürlich vollkommen mit sowas auskennt, es schon hundertmal gemacht hat und alles unter Kontrolle hat... Dazu kann ich nur sagen: Wer unbedingt den Darwin Award will, der soll sowas machen. Ich rate aber jedem, der sich ernsthaft mit Feuerwerk auseinandersetzen will, zumindest einen Schwarzpulver-Schein zu machen. Es hilft und gibt einem mal einen kleinen Überblick, welche Wirkung alleine das schwache Schwarzpulver bereits hat. (Das Zeugs in Sylvesterkrachern ist nur zu einem kleinen Prozentsatz Schwarzpulver. Der Rest ist Füllmaterial aus Baumwoll-Fasern oder Quarzsand.)

Alles was auf LARPs verwendet wird, sollte von Profis gefertigt werden und es sollte die Klasse der "ab 18" nicht überschreiten. Alles andere ist nicht sicher - Hey, wir haben immerhin freilaufende Idioten en masse auf einem Con. Um es euch einfacher zu machen, an solche brauchbaren Effektladungen ranzukommen, sind hier ein paar Links:

www.magicwork.de

Dieser Laden ist sehr zu empfehlen, da sie eine sehr gute Auswahl und wirklich akzeptable Preise haben. Ich empfehle die Bühnenblitze und Bühnenknall-Ladungen - das sind immer wieder gute Methoden, die Aufmerksamkeit der Spieler auf sich zu ziehen.

www.pyroweb.de

Alternativ zu Magicwork ist dieser Laden auch nicht schlecht. Allerdings fehlt hier das technische Equipment wie Zünder und Kabel im Angebot.

Das meiste Feuerwerks-Zeugs in Deutschland wird von der Firma "Weko Feuerwerk" in Eitorf hergestellt. Leider hat diese Firma weder eine Webseite oder eMail-Adressen. Mir persönlich hat es immer gereicht, bei Verkäufern wie Pappnase (sehr teuer) und LARP-Läden einzukaufen.

Als Letztes noch eine Sache: Wenn man irgendwo auf einem LARP eine kleines Quadrat oder Rechteck aus gelb-schwarzem Gefahren-Markierungsband findet, in dem irgendwas in Frischhaltefolie eingewickeltes und mit Band dem selben Band befestigtes liegt: LASST DIE FINGER WEG! So pflege ich meine Effektladungen zu markieren - und bis vor ein paar Monaten dachte ich auch, dass diese Art der Markierung selbsterklärend wäre. Ich hatte nicht mit der Geisteswelt eines LARPers gerechnet. ("Könnte ein Artefakt sein. Nehmen wir es mit, dann sind wir auch wichtig.")

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