Die Polster-Waffen-Seite
|
|
Das wichtigste an
einer Waffe, neben dem richtigen Schaumstoff, ist der Kernstab. Er sollte
flexibel und bruchresistent sein - ein Verhalten, daß Bambusstäbe
nur sehr begrenzt erfüllen. Ich weiß, ich weiß - Viele
tolle Waffen wurden mit Bambusstäben gebaut. Aber mal ehrlich:
Keiner wird wohl behaupten wollen, das Bambus perfekt ist: Er bricht
und splittert bösartig bei zu harten Schlägen. (Gell, Sir
Gildred, wir erinnern uns noch an Schlangen-Con und die Sache mit dem
Gruftschreck-Duell.) Ausserdem haftet Pattex (Der einzig brauchbare
Kleber beim Waffenbau.) nur ungenügend auf Bambus. Im Großen
und Ganzen kann man sagen: Bambus sollte man vergessen, egal was ein
paar Leute mit Bambuswaffen sagen. Das einzige Material da sich wirklich
eignet ist Fiberglas. Kernstäbe aus Fiberglas sind meist etwas
schwerer als Bambuskernstäbe, dafür sind sie aber auch sehr
viel haltbarer. (Wenn ich jetzt das Fax der Hersteller-Firma finden
könnte, könntet Ihr auch die physikalischen Daten haben -
ich habe sie ehrlich gesagt nicht kapiert.) Die Fiberglasstäbe
sollten bei kurzen Waffen (Bis zu einer Länge von 1,6 Metern -
Bidenhänder) einen rechteckigen Querschnitt haben, der ungefähr
die Maße 10 × 12 mm hat (Standardmasse des Herstellers sind:
10 × 12 - 11 × 13 - 10 × 15 - 11 × 15. Für
Bidenhänder würde ich fast die 11 × 15 mm Stäbe
empfehlen). Bei längern Stangenwaffen sollte man runde Kernstäbe
mit 13 bis 17 mm Durchmesser verwenden. Alle diese Kernstäbe können bei der Firma bezogen werden - leider erst ab 500 Laufmetern. Der durchschnittliche Laufmeter kostet bei dieser Menge ca. 4,- Euro. Ein Preis pro 1 Meter-Kernstab von 5,- bis 7,- Euro ist also gerechtfertigt. Wichtig ist des weiteren, daß die Kernstäbe aus gezogenem Material bestehen, also keine von Platten abgesägten Stäbe oder Häckselstäbe sind. Von Platten gesägte Stäbe haben als Matrixmaterial ein Gewebe. Die Fasern verlaufen nicht längs zum Stab, sondern kreuz und quer. Ein solcher Stab bricht schnell. Häckselstäbe bestehen aus kurzen Stücken gehäckselter Glasfaser, die in Kunstharz eingebettet ist. Das Zeugs bricht noch schneller. Sollte jemand tatsächlich mal wieder ein paar hundert Meter Kernstäbe bestellen: Fibreline Inc. hat noch ein paar andere Matrix- und Bindematerialien im Angebot: Matrixmaterialien: Fiberglas, Kohlefaser und Kevlar; Bindematerialien: Öh, da gabs drei Sachen auf dem Zettel. Ich hab den Zettel leider verloren, aber Ihr könnt ja dann mal bei Fibreline nachfragen. |
|
Ja, nu wirds kritisch. Polstermaterial ist so eine Sache. Es gibt wirklich tausende von Ideologien, welches Material verwendet werden sollte. Ich persönlich verwende sogenannten XAC-50-Schaumstoff, der von der Firma STN-Schaumstoff Technik Nürnberg Schaumstoff Technik München vertrieben wird. XAC-50 ist ein sogenannter strahlvernetzter, geschlossen-poriger Schaumstoff (in diesem Fall ein sog. Metallozen) mit einem Gewicht von 50 Kilogramm pro m³. XAC-50 ist relativ hart, wenn man das Material das erste mal berührt, er ist aber nach der Verarbeitung gut darin, Schläge abzupolstern. Zusätzlich ist dieser Schaumstoff auch recht reißfest. Eine Variante dieses Materials, XAC-30 ist eine Alternative, die von vielen "Profis" zum Waffenbau verwendet wird. Meine persönliche Meinung ist, daß XAC-30 sich zu schnell durchschlägt (Die Dichte ist sehr viel geringer.) - allerdings bin ich sowieso der Meinung, daß die sogenannten »Profiwaffen« absoluter Schrott sind, da hier an fast allem gespart wird (Ja ja, Bauzeit ist teuer.) und eine Waffe die zu lange hält dem Händler wenig bringt. OK, Schluß mit der Polemik. Vergleichbares Material zu XAC-50 habe ich noch nicht gefunden. Es gäbe da noch Plastazote, aber das Zeugs, welches man hier in Deutschland bekommt, wenn man Plastazote bestellt, hat die Konsistenz, die man von sehr billigen ISO-Matten kennt und ist sehr schnell zu Schrott geschlagen. Alternativ gäbe es da natürlich noch hochdichtes Plastazote wie es von einem englischen Hersteller vertrieben wird. Da viele auf Plastazote als einzig glücklichmachendes Material schwören, gebe ich hier mal eine Adresse heraus, unter der Ihr das Zeugs bestellen könnt. Allerdings werden die Versandkosten aus England den Preis etwas erhöhen. Nebenbei hat diese Firma übrigens noch eine ganze Menge anderes Zeugs, das für LARPer interessant sein dürfte. Also versuchts mal bei Trylon Ltd. in England. Ansonsten solltet Ihr das Zeugs bei Fabian's Schatzkammer bestellen. Es ist zwar teurer als XAC-Schaumstoffe, aber es hält bedeutend mehr aus und ist formstabiler. Fabian's Preise sind relativ fair und bei größeren Bestellungen sogar sehr gut. Aber sagt Fabian nicht, daß ich ein gutes Wort über ihn verloren habe - ich verliere sonst noch meinen Ruf als bissiger Hasser aller kommerziellen LARP-Händler. Und weil ich dauernd Mails bekomme, die mich fragen, wo man diese Schatzkammer finden kann Versucht's mal unter: Weil sich schon ein paar Leute bei mir beschwert haben, gilt übrigens folgendes Angebot: Ich will nicht parteiisch sein: Jeder Händler, der mir ein 400 × 50 Pixel grosses Banner schickt, wird hier aufgelistet und verlinkt werden. Evazote wäre eine dritte Möglichkeit, die Waffe zu polstern. Dieses Material ist extrem gut zum abpolstern geeignet, die Waffen sehen allerdings immer etwas klobig aus, da Evazote sehr weich ist, und sich nicht so gut verarbeiten läßt wie Plastazote oder XAC. Es ist etwas schwer an Evazote heranzukommen. Lauche & Maas oder Daer (beides Expeditionsausstatter) vertreiben das Zeugs als Isomatten für circa 25,- Euro pro m². Das ist ziemlich teuer, aber was billigeres habe ich noch nicht gefunden. Wenn man es direkt bei der Firma kauft, sind die Abnahmemengen leider gigantisch... (ich poste den Link, sobald ich ihn wieder finde.)
Der gute Dennis (aka Sigmar von Reichenfels) hat hier vieles sehr vernünftige über den Waffen-Check zusammengetragen. Da ist es nicht nötig, dass ich auch noch mal darüber schreibe. Einfach auf der Portal-Seite den Link "Waffen-Check" wählen (Direkt unter Dennis Bild) oder oben in der Navigation, durchlesen und mal darüber nachdenken. Und für alle diejenigen, die es nicht glauben wollen und der Meinung sind, sie müßten Spitzen um 90 Grad knicken und Waffen so richtig durchwalken: Sollte bei einer solchen Behandlung die Waffe beschädigt werden, ist der Waffen-Check dafür verantwortlich und Schadensersatz-Pflichtig. Grundsätzlich sollte eine SL auch eine "kompetente" Person als Waffen-Check abstellen. Die Person sollte mindestens schon ein paar Waffen selber gebaut haben und sich zumindest mit den grundlegensten bauweisen auskennen. Ich persönlich finde es immer sehr peinlich, wenn vor mir ein SL-Wichtel steht und mich nach dem Schaumstoff fragt, nur um mit der Antwort "Plastazote und Evazote" nichts anfangen zu können. |
|
Genau wie bei allen anderen Materialien, gibt es auch beim Klebstoff tausende von Meinungen über den richtigen Klebstoff. Ich kann dazu nur eins sagen: Pattex. Es gibt zwei Sorten Pattex, die was taugen: Pattex und Pattex Compact. Alles andere ist Schrott. Pattex Transparent hält nichts aus und läßt sich auch nicht richtig verarbeiten und Pattex Hochwärmefest wird leider nach dem trocknen zu hart. Es gibt da noch einen Klebstoff auf den die englischen Waffenschmiede schwören, der "Evo-Stick" genannt wird. Ich hab das Zeugs mal ausprobiert, konnte aber keinen Unterschied zu normalem Pattex feststellen. Alternativ zu Pattex könnt Ihr noch "Kövulfix" verwenden. Das Zeugs ist ein Sohlen- und Leder-Kleber, der in der professionellen Schuhherstellung Verwendung findet. Wenn Ihr glaubt das Pattex hält, dann versucht mal Kövulfix - das ist wirklicher Klebstoff für Erwachsene... Er ist nur etwas teurer als Pattex. Wem diese Klebkraft noch nicht reicht, der kann das Kövulfix noch mit Klebeverstärkern nachmischen oder wem es zu Dickflüssig ist, der kann es mit Flussmitteln verdünnen. Vorsicht mit dem Klebkraftverstärker - damit hab ich mir schonmal die Finger zusammengeklebt - und das war nicht wirklich lustig. Hersteller dieses Klebstoffes ist die Firma KÖMMERLING KUNSTSTOFF GMBH Man kann das Zeug aber auch in vielen Leder- und Schuhmacher-Bedarf-Läden
kaufen. Es kostet in kleineren Mengen (Tuben) fast doppelt soviel wie
Pattex, in Dosen ab 500 Gramm ungefähr 25% mehr. Meiner Meinung
nach lohnt sich dieser Aufpreis, denn Kövulfix klebt deutlich besser
als Pattex. Wenn Ihr Verkleidungen basteln wollt könnt Ihr auch Pattex verwenden - das Zeugs klebt fast alles. Solltet Ihr große Flächen kleben wollen, gibt es allerdings ein paar Alternativen, die sich besser eignen als Pattex. 3M stellt einen Sprühkleber her, der "Display Mount" genannt wird. Das Zeugs ist von der Konsistenz her ähnlich wie Pattex, nur eben sprühfähig. Allerdings hält es nicht ganz so gut wie Pattex. Soltet Ihr versuchen Leder, Stoff oder Styropor zu kleben solltet Ihr lieber auf die entsprechenden Spezialkleber zurückgreifen. Die helten in den meisten Fällen weit besser als Pattex, ausserdem zerstört das Lösemittel im Pattex das Styropor. Viele Leute schwören auf Heißkleber. Also ich habe nur schlechte Erfahrungen mit dem Zeugs gemacht. Erstens hält es lange nicht so gut wie Pattex, zweitens hat das Zeugs die Tendenz einem mit 200 Grad Celsius über die Hand zu laufen und dabei üble Brandwunden zu hinterlassen. Davon mal abgesehen verbindet es sich nicht richtig mit verschiedenen Schaumstoffen und Kostüme die so hergestellt wurden halten meist nicht lange. |
|
Wie ich vorhin schon angedeutet habe, sind Waffenenden und -spitzen ein Thema für sich. Die perfekte Spitze existiert nicht - man kann nur versuchen eine möglichst gute Spitze hinzukriegen. Die normale Spitze ist mit Lederbändern ober- und unterhalb des Kernstabes verstärkt. Für die meisten Waffen wäre dies mehr als genug, wenn Leder nicht die Unart hätte, mit der Zeit mürbe zu werden. Nach einiger Zeit verabschieden sich die Spitzen der meisten Waffen wenn die Lederbänder reißen. Alternativ gibt es auch noch Möglichkeit des "Lederschlauches": Man nimmt einfach dünnes Ziegenleder (ganz einfach deswegen, weil Ziegenleder sehr sehr reissfest ist) und wickelt es um die Spitze, bevor man die Seitenteile und die oberen und unteren Auflagen aufklebt. Hält auch nicht schlecht und sichert ganz gut zur seite hin ab. Ob man jetzt allerdings die obere oder die untere Variante des Spitzenbaues anwendet, ist mehr oder weniger eine Frage der persönlichen Vorzüge. Ich verwende je nach Waffe beide Methoden und finde beide Methoden ausreichen, wenn sie weiterhin mit Fiiberglasbändern verstärkt werden. Um dieses unrühmliche Ende abzuwenden, sollte man sogenanntes Diagonalband unter den Lederbändern anbringen. Diagonalband ist ein ziemlich zähes Zeugs, das beim Nähen verwendet wird um irgendwelche Nähte zu versteifen oder zug-resistent zu machen. Ihr könnt es in fast jedem Kaufhaus in der Kurzwaren-Abteilung kaufen. Im Moment experimentiere ich ein wenig mit Kevlar herum. Da Polsterwaffen
nicht unbedingt kugelsicher sein müssen reicht hier eine Lage Kevlar.
Ihr solltet die Bänder so zurechtschneiden, das sie euch später
beim Zurechtschneiden der Spitze nicht mehr in die Quere kommen. Kevlar
ist ein ziemlich zähes Zeugs und wird euch auch ansonsten in den
Wahnsinn treiben. Achtet beim Kleben darauf, das das gesamte Kevlarband
eine dunkle Färbung annimmt, also komplett mit Pattex durchtränkt
ist. Da Kevlar ein Gewebe ist, solltet Ihr es kleben solange der Pattex
noch feucht ist. Genaueres über den Bau von Spitzen könnt Ihr in der graphischen Bauanleitung finden. |
|
OK, ich gebs zu: Ich habe mich geirrt: Nach Aussage mehrere Leute, die was davon verstehen sollten, ist der Latex den Nordmann & Rasmann verkauft ohne jegliche Zusatzstoffe, was ihn angeblich instabil macht. Ich kann es nicht bestätigen und hatte bis jetzt keinerlei Probleme mit diesem Latex, aber angeblich ist dieser Latex lange nicht so stabil und UV-Resistent wie Latex mit den entsprechenden Zusatzstoffen. Aber es gibt ja eine Lösung für dieses Problem: Es gibt auch andere Latexhändler und diese Latexhändler verkaufen behandelten Latex. Mir wurde von kompetenter Stelle folgender Laden empfohlen: Kautschuk-Gesellschaft
mbH Falls also jemand Erfahrung mit diesem Latex hat, bitte schickt mir eine Mail. Was den Latex von Nordmann & Rasmann angeht, rate ich Momentan davon ab ihn zu kaufen. Ich hatte zwar wie gesagt keine Probleme damit, aber es kann ja durchaus sein, daß noch welche auftauchen. Leider kostet der Latex der Kautschuk-Gesellschaft eine ganze Menge mehr als der von Nordmann & Rasmann. Nordmann & Rasmann kommt auf circa 5,- DM pro Kilogramm bis das Zeugs hier in München ist, bei der Kautschuk Gesellschaft Frankfurt kommt das Kilogramm auf circa 10,- DM bis es in München ist. Leider kann ich immer nur die Preise bis München angeben, da ich von beiden Läden bis jetzt keine Kataloge erhalten habe. Sobald ich sowas wie einen Katalog habe, werde ich die ganzen Informationen hier etwas mehr konkretisieren. Kommen wir mal zur Latexverarbeitung: Ihr solltet die Oberfläche eurer Waffe anschleifen, da sie ja schließlich aus geschlossen-porigem Schaumstoff besteht. Wenn die Oberfläche genügend rauh ist, solltet ihr die erste Schicht Latex mit einer relativ harten Zahnbürste richtig einbürsten. Macht diese erste Schicht besonders gründlich, da sie dafür sorgt, das sich das Latex später nicht mehr ablöst. Es wird zwar behauptet, daß eine dünne Schicht Pattex als Grundlage besser sein soll, bestätigen kann ich dies aber nicht. Die restlichen Schichten könnt Ihr entweder aufpinseln (nicht so gut, geht aber schnell), aufrollern (mit einer Schaumstoff-Rolle) oder die gesamte Waffe tauchen (das geht leider nur wenn ihr eines von diesen netten 200 Liter-Latex-Fässern habt.). Ich persönlich ziehe aufrollern vor. Die einzelnen Schichten sind dünner, Ihr müßt also sehr viel mehr Schichten aufrollen als mit einem Pinsel nötig wären. Dafür sind die Schichten sehr viel sauberer und es gibt keine häßlichen Pinselspuren im Latexmantel der Waffe. Nordmann & Rasmann |
|
Jetzt wird es etwas kritisch für eure Waffe. Die Farbe im Latex scheint, neben anderen Faktoren (Lösungsmittel, lange UV-Bestrahlung, usw.), für den berüchtigten Latexkrebs verantwortlich zu sein. Das ist vielleicht ein guter Platz um das Problem Latexkrebs mal anzusprechen. Latexkrebs verwandelt normales Latex in ein klebriges, ekliges Etwas. Den schlimmsten Latexkrebs, den ich jemals gesehen habe, war an einem Wurfdolch, dessen Griff mit einem doppelseitigen Klebeband umwickelt war, auf das das Leder aufgeklebt war. Alle Klebebänder haben einen Spezialklebstoff, der niemals komplett trocknet. Hierzu sind besondere Lösungsmittel nötig, die leider das Latex angreifen. Das gleiche gilt für bestimmte Lösungsmittel (Acryl-Lösungsmittel), die fürs Waffenbauen leider noch sehr nötig werden. Um also einen Latexkrebs zu vermeiden solltet Ihr nach jedem Arbeitsschritt eine Pause von mindestens 2 Tagen einlegen, um alle Lösungsmittel ausdampfen zu lassen. Ich persönlich lasse einen fertig geschliffenen Rohling, der eigentlich gelatext werden könnte, erstmal 2 Wochen liegen um zu verhindern, das noch Lösungsmittel im Pattex sind. Natürlich kann man so nicht arbeiten, wenn man eine große Menge Waffen fertigen muß, aber wenn man nur für sich selber ein paar Waffen basteln will, geht das schon. Ein paar Regeln, um Latexkrebs zu vermeiden:
So, kommen wir mal zum Thema: Latexfarben. Ich persönlich verwende Rein-Pigmente, die ich bei Farben Kremer in München bekomme. Viele Farb-Händler haben Rein-Pigmente im Angebot. Bitte nehmt keine Farbstoffe (Tinten und Öle) da diese erstens nicht lange halten (Sie sind nicht lichtecht und decken nicht.) und zweitens den latex angreifen können. Die beste Basisfarbe ist meiner Meinung nach Graphit. Graphit-Pigment ist billig, deckt gut und hat nach meiner Erfahrung keinen Effekt auf die Latexstruktur. Es hat eine extrem dunkel-silberne Farbe. Wenn ihr 2 bis 3 Schichten graphit-farbigen Latex aufgetragen habt, solltet ihr die eigentlichen Farben auftragen. Ich verwende für den Stahl von normalen Waffen eine Mischung aus 3 Teilen Graphit und einem Teil Aluminium-Pigment. Angeblich soll dieses Aluminium-Pigment Latexkrebs auslösen, ich kann das aber nicht bestätigen, da ich einige Waffen mit dieser Farbe bemalt habe, die ewig alt sind und keine Spur von Latexkrebs habe. Kupfer- oder Goldfarben gibt es auch als Reinpigmente. Da diese allerdings sehr grell und farbintensiv sind, sollten sie niemals alleine verwendet werden. Ich verwende eine Mischung 50/50 Mischung aus Theatergold (ein etwas gestrecktes Pigment) und Graphitpigment. Das gibt einen relativ schönen, dunklen Bronzeton, der zu den meisten Heften und Knäufen gut passt. Spielt selber ein wenig mit den Farben herum. Noch eine sehr wichtige Sache: Stellt niemals mehr Farb-Latex her als Ihr für eine Waffe benötigt. Lagert lieber die vorgemischten Pigmente ein. Farblatex mit bestimmten Pigmenten, speziell Aluminium- und Goldpigment, hat die Unart, sehr schnell auszuhärten - auch in einem luftdichten Glas. Wenn Ihr also keine farbigen Latexklötze haben wollt... Verwendet auf keinen Fall Kupfer-Pigment, da Kupfer sehr reaktionsfreudig ist und euren Latex recht schnell in eine ecklige, klebrige Form, genannt "Latex-Krebs" bringen wird. Also: kein reines Kupfer und kein kupferhaltiges Pigment verwenden. Messing geht, aber ihr solltet auf jeden Fall nach "Theater-Pigmenten" fragen. Paßt auch bitte mit den Pigmenten auf. Sie sind alle nicht sehr gesund und können leicht eingeatmet werden. Ausserdem sind sie sehr praktisch wenn es darum geht Staubexplosionen zu verursachen. Also bitte nicht rauchen während Ihr die Pigmente mischt. Ausserdem solltet ihr einen Atemfilter tragen, um zu verhindern das Ihr die Partikel einatmet. Zu guter Letzt: Mischt bitte niemals Aluminium-Pigment mit Eisenstaub oder Eisenstaubpigmenten oder Eisenoxydpigmenten. Was ihr euch nämlich damit mischt, ist die Basis für Thermit, einen Hitzesprengstoff. Eigentlich kann ja nichts dabei passieren, da noch ein Element für Thermit fehlt, aber man kann ja nie wissen. Manche Leute verwenden die Citadel-Farben um ihren Latex enzufärben. Dazu kann ich nur folgendes sagen: Ich hatte niemals eine Waffe mit Latex-Krebs - bis ich zum ersten mal mit Citadel-Farben gearbeitet habe. Jede Waffe, die ich mit diesen Farben bemalt habe, hat Latex-Krebs entwickelt. Ich halte Citadel-Farben und alle anderen vorgemischten Farben für die Hauptursache von Latex-Krebs und rate dementsprechend von deren Verwendung ab. |
|
Waffenlack ist eine ziemlich praktische Sache. Erstens schützt er die Waffe vor Schmutz und UV-Strahlung und zweitens verlängert der Lack die Lebensdauer der Waffe um einiges. Es gibt im Grundsatz nur zwei brauchbare Arten von Waffenlack: Acryllack, der für Tapeten verwendet wird und Coetrans. Acryllack ist ein billiges Zeugs, das man auch nur für billige Waffen verwenden sollte, da es nach einiger Zeit splittert und kleine Brüche aufweist. Für billige Wurfwaffen ist das Zeugs aber optimal. Ein Liter sollte nicht mehr als 20,- DM kosten. Da das Zeugs wasserlöslich und auch ansonsten ziemlich ungiftig ist sollte es mit dem Acryllack kaum Probleme geben. Der andere Lack, den ich für teurere Waffen verwende, heißt Coetrans. Es handelt sich dabei um ein sogenanntes "superflexibles Polyuretan" und es wird normalerweise zur Beschichtung von Terrassen, Balkons und Fenstern in erbbebengefährdeten Gebieten verwendet. Das Zeugs ist extrem widerstandsfähig - leider ist es auch extrem gesundheitsschädlich während es verarbeitet wird. Da Coetrans mit Acryllösungsmittel verdünnt werden muß, um richtig verarbeitet werden zu können, ist das Auftragen des Lacks eine sehr kritische Phase des Waffenbaus. Ihr solltet eine UV-Lampe besitzen, um den Lack schneller ausreagieren zu lassen. Der Lack benötigt normalerweise zwischen 4 und 6 Stunden. Nach 4 Stunden solltet Ihr eine eventuell nötige zweite Schicht auftragen, da diese ansonsten nicht mehr haften wird. Verwendet nicht zuviel Lösungsmittel und laßt die Waffe nicht zu lange im UV-Licht hängen. Macht ein paar Versuche mit dem Zeugs, bis Ihr die optimale Mischung gefunden habt (Ich kann euch leider nicht dabei helfen, da ich selber alles immer Pi-mal-Schnauze mache.) Bestellen könnt Ihr Coetrans bei: |
|
Kettenwaffen sind immer ein gewisses Problem. Berichte über Morgensterne, deren Ketten sich um Handgelenke und Hälse wickeln, sind zwar riesiger Quatsch, aber es gibt tatsächlich Probleme mit den Dingern: Je länger die Kette ist, um so mehr Geschwindigkeit kann die Kugel am Ende der Kette potentiell aufnehmen. Ein Morgenstern mit einer Kette die länger als 30 cm ist, ist nicht nur unrealistisch, sie sind auch ziemlich gefährlich. Bei einer normal-schweren Kugel kann ein Morgenstern mit einer zu langen Kette tatsächlich Knochen brechen oder zumindest anknacksen. Davon mal abgesehen sollte die Kette natürlich abgepolstert werden. Mit den normalen Bauketten geht das nicht besonders gut aber es gibt eine Bauketten-Art mit fast 10 cm langen Kettengliedern, die sich sehr gut abpolstern lassen. Jede Baukette sollte auf jeden Fall mit einem zusätzlichen Seil gesichert werden, das Ihr zwischen den Gliedern der Kette durchführen solltet. Die Kette selber sollte ca. 40 cm lang sein, wobei die überzähligen 10 cm zur Verankerung der Kette dienen. Die Kugel sollte halbiert werden. Durch das oberste Kettenglied wird ein Lederlappen gezogen, der die Form einer Sanduhr hat. (Zusätzlich könnt ihr noch ein stabiles Faserband oder ein Stück flaches Kletterseil durch das Kettenglied ziehen um das Leder zu verstärken.) Die beiden Seiten des Lappens werden miteinander verklebt und dieses gesamte Gebilde wird in die Kugel eingeklebt. Sieht zwar nicht ganz so gut aus wie wenn man ein Loch in die Kugel bohrt und die Kette reinklebt, hält dafür aber zehnmal besser. Das untere Ende ist etwas heikler. Bohrt erst mal ein Loch in den Kernstab. Das Loch sollte einen Durchmesser von nicht mehr als 3 Millimeter haben. Ihr könnt jetzt entweder versuchen zwei relativ kräftige Schlüsselringe durch das Loch zu bekommen oder versuchen, das unterste Kettenglied durch das Loch festzudrahten oder mit einem dünnen Faserseil festbinden. Auf jeden Fall sollte diese Wackelkonstruktion mit stabilem Faserband gesichert werden. Diese gesamte Verbindungskonstruktion sollte so versteift werden, das sie später zusammen mit dem Griff der Waffe umwickelt werden kann, so das am Ende nicht mehr als das obere Drittel des Kettengliedes aus dem Griff der Waffe heraussteht. Wenn Ihr euch diesen ganzen Mist ersparen wollt, kauft euch ein kräftiges Kletterseil, spleisst beide Enden auf, klebt das eine Ende in die Kugel und das andere Ende um den Kernstab (bzw. zieht es durch das in den Kernstab gebohrte Loch.). Wenn man das Seil weit genug um den Kernstab wickelt, bleibt diese gesamte Konstruktion sogar relativ lange stabil. Ihr solltet euch also circa 80 cm Seil besorgen. In die Kugel kommen 10 cm (Aufspleissen nicht vergessen!) und um den Kernstab wickelt Ihr ca. 40 cm (Auch aufspleissen!). Das ganze sichert Ihr mit Faserklebeband und umwickelt das ganze mit Schaumstoff. Sorgt dafür das das gesamte Klebeband später mit Pattex oder Schaumstoff bedeckt ist (Pattex ist besser), da das Klebeband, wie schon oben erwähnt, ansonsten zu Latexkrebs führen kann. Was den ganzen Rest angeht, den könnt Ihr in der graphischen Bauanleitung ansehen. |
|
Man kann seine Waffen und Schilde auf viele Arten verziehren, aber die schönste Methode sind sicherlich Latexreliefs. Ein Latexrelief kann man recht einfach herstellen: Nehmt einen Block Fimo und knetet Ihn weich. Schnappt euch entweder eine Metallverziehrung, die euch gefällt und drückt sie in das Fimo. Zieht den Gegenstand aus dem Fimo und brennt das Fimo im Ofen. Ihr könnt natürlich auch eine Form mit einem Messer und Ton-Werkzeugen in das Fimo drücken. Gießt jetzt etwas Latex in die Form und laßt es entweder ein paar Tage trocknen oder legt es bei circa 75° Celsius in den Ofen. Nach ein oder zwei Stunden könnt Ihr dann die Latexform aus dem Fimo rausziehen und irgendwo aufkleben. Am einfachsten ist es wenn Ihr den Latex, den Ihr in die Form gießen wollt, vorher mit Pigmenten einfärbt. Am besten Aluminium-Pigment, da Latex mit Aluminium-Pigment extrem schnell aushärtet. |