Die Rüstungs-Seite
RüstungenLederrüstung
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Waffen existieren schon seit der erste Mensch den ersten Stein nach einem anderen Menschen geworfen hat. Schon sehr früh in der menschlichen Geschichte wurden auch Rüstungen entwickelt. Die ersten Rüstungen bestanden aus Leder oder Rohhaut und wurden einfach um die zu schützenden Körperteile gewickelt. Erst viel später, so um 3.000 bis 2.500 vor Christus, entwickelten die Ägypter, Babylonier und Hetiter größere Armeen und die entsprechenden Waffen und Rüstungen. Diese ersten Rüstungen waren aus wattiertem Stoff und Metallplättchen konstruiert. Man kann also sagen, daß um 2.000 vor Christus bereits armierte Stoffrüstungen und Schuppenrüstungen existiert haben. Die meisten waren allerdings aus Bronze, Kupfer oder anderen weichen Metallen. In China wurden zu dieser Zeit bereits Schuppenrüstungen aus schweren Bronzeplatten gefertigt. Leider sind keine Originale dieser Rüstungen erhalten - man kann aber gute Abformungen dieser Rüstungen an der sogenannten "tönernen Armee" bewundern. Diese Armee wurde im Kaisergrab des ersten chinesischen Kaisers Qin Shihuangdi entdeckt und ist eines der großartigsten Beispiele für die Technologie und die Kunst der asiatischen Hochkulturen. Kaiser Qin lebte zwar erst um 200 vor Christus, aber es ist anzunehmen, daß diese Rüstungen schon weit früher existiert haben - man rechnet mit circa 2000 vor Christi Geburt. Um circa 1.500 vor Christus wurden in Griechenland, um genau zu sein, in Mykene, die ersten Bronzezylinder zu Brustplatten und Schienbein-Schützern geschmiedet. Der daraus entstandene mykenische Brustpanzer war wohl weniger eine Armeerüstung als eine Gladiatorenrüstung. Die Rüstung selber wiegt annähernd 70 Kilogramm und ist extrem unbeweglich. Wahrscheinlich wurde diese Rüstung bei Gladiatorenkämpfen gegen Stiere oder Wildschweine angewandt. Die Truppen dieser Zeit trugen eine ganz andere Rüstung: Den sogenannten »Linothorax«. Diese Rüstung bestand aus mit Leim laminierten Leinenstücken. Dieser Rüstungstypus ist ausgesprochen stabil und schützt, je nach Anzahl der Schichten, bedeutend besser als Leder oder leichte Metallrüstungen. Circa 700 Jahre später, in der Zeit der griechischen Stadtstaaten,
änderte sich die Kriegführung grundlegend. Aus dem Free-for-All-Stil
der früheren Jahrhunderte wurden die ersten organisierten Armeen
gebildet. Es gab die ersten Regimenter und damit eine vollkommen neue
Art des Kampfes. Aus diesem Grund wurde der »Argive«, der
erste Militär-Schild erfunden. Dieser Schild bedeckte den Körper
vom Kinn bis zum Knie und erlaubte es einem Soldaten, die offene Seite
des Soldaten neben ihm zu schützen, was den Phalanx-Kampfstil der
Griechen so effektiv machte. Zu dieser Zeit wurden auch tragbarere Brustpanzer
und bessere Helme wie der »Chalcidian« und später daraus
die »Barbuta« entwickelt. Ein paar Jahrhunderte später kamen die Römer. Die Legionäre
Roms trugen drei verschiedene Rüstungstypen am Torso sowie Beinschienen.
Die verletzbaren Arme waren noch immer ungeschützt. Rüstungstyp
No. 1 war eine Kettenrüstung, Lorica Hamata genannt. Diese wurde
von den Cornu- (Eine Art Horn - eine frühe Militärkapelle.)
und Standartenträgern getragen. Offiziere und ein Teil der Standartenträger
trugen Schuppenrüstungen, die Offiziere trugen schwere Schienbein-Platten.
Die berühmteste Rüstung des Römischen Reiches dürfte
die »imperiale Lorica Segmentata« gewesen sein. Ein hochentwickelter
Bänderpanzer, der guten Schutz bei hoher Beweglichkeit bot. Diese
Rüstungen wurden von den Legionären getragen. Zusätzlich
trugen die Legionäre Körperschilde, Scuta genannt. Um 600 nach Christus, also fast 300 Jahre nach Ende des römischen
Reiches, in der Zeit, die als das Dunkle Zeitalter bekannt ist, waren
es die Wikinger und die vielen kleinen Stämme Mittel- und Nordeuropas,
die eine Entwicklung in der Rüstungstechnik brachten. Die Wikinger
verwendeten niemals die berühmt berüchtigten Hörnerhelme
aus den Hollywoodfilmen der 60er Jahre, sondern eine Art Gesichtsmaske
als Schutz. Der restliche Wikinger-Helm war eine Weiterentwicklung des
römischen »Coolus« - allerdings ohne das technische
Verständnis der Römer. Während der Römerhelm eine
getriebene Schädelkappe hatte, waren die Helme des dunklen Zeitalters
sogenannte Spangenhelme - Helme deren Einzelteile durch Stahlspangen
zusammengehalten wurden. Diese Helme waren weit weniger stabil als die
getriebenen Schädelkappen der römischen »Coolus«. So um die Jahrtausendwende wurde es richtig lustig in Europa und Vorderasien: Die Kreuzzüge Richtung Jerusalem begannen. Rüstungstechnisch waren Kettenhemden und Topfhelme gerade in, auf der Waffenseite wurden die ersten Armbrüste (zumindest die ersten in Europa) entwickelt. Ein paar sehr seltsame Rüstungen wurden während der Kreuzzüge erfunden, konnten sich aber nicht sehr lange halten. Eine dieser Rüstungen war die Filz-Rüstung. Diese Rüstung bestand aus vielen Lagen sehr dichtem Filz sowie ein paar Lagen Leder und wurde über der Kettenrüstung getragen. Sie schützte zwar hervorragend vor den Pfeilen der Sarazenen, sorgten aber für sehr viele Hitzetode unter den Kreuzrittern. Insgesamt war die Zeit der Kreuzzüge geprägt von einigen deutlichen Verbesserungen der Waffen- und Rüstungstechnologie. Naja, und irgendwann kam dann das Mittelalter mit all den Plattenrüstungen und sonstigem Zeugs. Ich schreibe nichts darüber, da ich es ziemlich uninteressant finde und auf den verschiedensten Seiten im Internet wurde bereits genügend darüber geschrieben. Auf der Link-Seite sind mehr als genug Links zu Seiten, die eine Menge Sachen über das Mittelalter und den ganzen darauf folgenden Landsknecht-Kram enthalten. Ich persönlich habe, seit ich mit Mittelaltermärkten Schluß gemacht habe, wirklich keine Lust mehr auf dieses ganze Landsknechts-Zeugs. Ohne polemisch sein zu wollen: Hier werden, meiner Meinung nach, mordende Söldner mit viel Lagerfeuer-Romantik schöngeredet. Die Realität der Landsknechte hatte nichts mit dem zu tun, was man auf Mittelaltermärkten so geboten bekommt. Wenn man sich die Geschichte des 30jährigen Krieges genauer betrachtet und Texte aus dieser Zeit liest, kann man sich selber ein Bild davon machen, wie »lustig« diese Zeit wirklich war. Ausserdem habe ich noch nie im Leben soviel ungebildete Intoleranz erlebt, wie im Lager der »historisch authentischen« Mittelaltermärktler. (Was nicht heißen soll, daß es nicht auch wirklich gute Mittelaltergruppen gibt - nur leider haben mir die schlechten Gruppen den Spaß an Mittelaltermärkten verdorben.)
Ich habe mal mitgezählt und eine Statistik aufgestellt, wo die meisten Schläge gelandet werden. Also, hier ist was für die Statistikfreaks unter euch:
Im Endeffekt zeigt diese Tabelle nur, wie unrealistisch Kämpfe im Live-Rollenspiel sind. In Realität wären die wenigsten Schläge gegen die Beine gegangen. Warum? Da die Unterschenkel ein einfaches Ziel bieten wurden sie schon sehr früh in der Geschichte durch sehr effektive Beinschienen geschützt. Diese Beinschienen waren mit einem Schwert kaum zu durchdringen - da ging eher das Schwert über den Jordan als die Beinschiene geschweige denn das enthaltene Schienbein. Ausserdem hätte ein Schlag gegen die Beine den Körper, vor allem aber den Rücken des Angreifers für Schläge des Verteidigers geöffnet, die sehr viel tödlicher gewesen wären als ein Treffer am Schienbein. Aus diesen Gründen waren Schläge gegen die Beine nur sehr selten - und werden im Live-Rollenspiel nur deswegen ausgeführt weil die Leute erstens zu faul sind um wirklich kämpfen zu lernen und weil die Rüstungs-Regelung im Live-Rollenspiel solches Verhalten unterstützt. Begriffserklärung: Klingentreffer sind bei Waffen wie Schwertern und Äxten Treffer mit der Klinge oder unter Umständen vorhandene Spitzen an der Waffe. Diese Schläge sind extrem tödlich und durchtrennen spielend Muskeln und Sehnen, bei Äxten sogar Knochen. Bei einer Wuchtwaffe wie einem Streitkolben sind dies direkte Treffer mit dem Gewicht an der Spitze. Spitzentreffer sind offensichtlich Streifschläge mit der Spitze der Waffe. Bei einem Schlag ist die Geschwindigkeit der Spitze höher als die aller anderen Teile der Waffe. Sie hat somit auch das größte Verletzungspotential - allerdings ist sie nicht sehr groß. Dies relativiert den Schaden. Spitzentreffer haben aber die Unart, Rüstungen zu beschädigen - und die Waffe. Stiche mit der Waffe wären potentiell tödlicher, sind aber nunmal im LARP verboten. Der Bißwinkel beschreibt den Winkel, in dem die Aua-Seite der Waffe auf den Körper des Opfers trifft. Perfekt ist ein Winkel von 70 - 90° Grad zum Ziel. Alles unter 45° Grad ist z. B. bei einer Plattenrüstung, annähernd unbrauchbar und verursacht kaum Schaden. Ein von oben geführter Schlag, der von der Armpanzerung abgleitet, verursacht realistisch gesehen keinerlei Schaden - weder an der Rüstung noch am Träger der Rüstung. Das ist zwar alles sehr theoretisch, es kann euch aber helfen, zu entscheiden, welche Rüstung Ihr euch zuerst zulegen wollt. |
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Lederrüstungen sind relativ einfach herzustellen und kommen materialtechnisch nicht allzu teuer. Historisch gesehen haben Lederrüstungen kaum einen wirklichen Hintergrund. Die reale Lederrüstung wurde als Cuir Bouise (Ich habe diesen Namen aus einem alten englischen Manuscript und nehme mal an, das es ein falsch ausgesprochenes französisches Wort ist.) oder Quirbill. Es handelt sich dabei um Rüstung aus gekochtem Leder. Meist wurden extrem dicke Lederplatten verwendet, die in einer Mischung aus Carnauba-Wachs, Bienenwachs und bestimmten Ölen gekocht wurden. Danach wurde die Rüstung geformt (meist in Form eines ziemlich überzogenen männlichen Brustkorbes) und war fertig. Wenn Ihr euch selber die Mühe machen wollt sowas zu basteln, viel Spaß. Ich kann euch nicht viel darüber sagen, da ich selber noch nichts versucht habe, was in diese Richtung geht. Die Kochmischung besteht aus 45% Carnauba-Wachs, 45% Bienenwachs und 10% verschiedene Öle (Das Manuskript schlug tierische Öle sowie einen geringen Anteil pflanzliche Öle (Olivenöl) vor. Angeblich können auch Harze Teil der Kochmischung sein, aber das konnte mir kein anderes Manuskript bestätigen. Auf jeden Fall solltet Ihr die Mischung in einer großen Wanne erhitzen, bis die Mischung fast kocht (fast - daß heißt nicht das sie Sprudeln soll. Wenn das Zeugs etwas dampft genügt das schon. Ernstzunehmende WARNUNG: Heisse Wachse und Öle sind höchst brandgefährlich und hinterlassen bei Hautkontakt äußerst gemeine Brandwunden. Aus genau diesem Grund hat man sowas im Mittelalter von der Burgmauer auf die anrennenden Feinde gekippt. Höchste Vorsicht beim Umgang mit dem Zeug ist also angebracht. Das Leder sollte nur kurz in der Mischung liegen. Am besten sollte man darauf achten, daß das Leder nur solange in der Mischung liegt, bis die kleinen Bläschen, die aus dem Leder aufsteigen, sobald man es in die Mischung legt, verschwinden. Das sollte so circa 2 Minuten lang dauern. Danach sollte man das Leder herausnehmen und erkalten lassen. Ich denke, das man das Leder mittels eines Heißluft-Gebläses oder eines starken Föns gut formen kann. Naja, sollte es jemand versuchen, schreibt mir eine E-Mail, was passiert ist. Ach ja. Noch eine sehr wichtige Sache: Prägungen und Bemalungen
müssen vor dem Härten auf das Leder aufgebracht werden, Lederapplikationen
müssen nachher aufgebracht werden. Sonst gibts nachher Probleme... Wem all dies zuviel Arbeit ist, der kann es sich auch etwas einfacher
machen: Schneidert euch euere Lederformen zurecht und erhitzt sie im
Ofen auf circa 200° Grad Celsius. Erhitzt die oben erklärte
Wachsmischung in einem Topf auf dem Herd und beginnt, sobald das Lederteil
im Ofen heiß genug ist, diese mit Wachs einzupinseln. Pinselt
solange Wachs auf die Lederteile, bis sie eine gleichmäßige
Färbung angenommen haben. Jetzt könnt ihr die Lederteile mit
einem Fön formen wie ihr wollt. Ach ja, nach längerer Recherche
bin ich zu dem Ergebnis gekommen, daß Parafin genau so gut ist
wie andere Wachsmischungen ist - und dabei bedeutend billiger und einfacher
zu besorgen ist. Nebenbei beginnt Parafin nicht unangenehm zu riechen,
was euch mit bestimmten natürlichen Wachsarten passieren kann.
Die nötigen Schnittmuster könnt ihr in der Nähabteilung in jedem Kaufhaus kriegen. Je nachdem, was für eine Rüstung Ihr bauen wollt, solltet Ihr euch entweder ein Schnittmuster für ein T-Shirt oder eine Tunika besorgen. Ich persönlich finde die Poncho-Methode am besten. Man nimmt ein großes Stück Leder, schneidet einen Halsausschnitt hinein und zieht es über den Kopf. Jetzt zieht euch das Teil zurecht und zeichnet die entsprechenden Schnittlinien darauf. Hat bei mir ganz erträglich funktioniert. Nieten könnt Ihr in jedem Lederladen kriegen, ansonsten solltet Ihr das gesamte Teil mit Lederschnüren vernähen. Als Handschuhe empfehle ich einfache Schweißer-Handschuhe, die Ihr in jedem Baumarkt kaufen könnt. Das Paar kostet so 10,- bis 20,- DM. Achtet darauf das die Nähte in Ordnung sind. |
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Ringpanzer sind
im Grundsatz nur verstärkte Lederrüstungen. Man kann so eine
Rüstung spielend mit billigen Vorhang-Ringen basteln die man auf
die Rüstung aufnäht. Die Vorhang-Ringe kriegt ihr in jedem
Baumarkt. Es gibt im Grundsatz 2 Sorten: Massive Ringe und Blechringe.
Blechringe sind leicht und ziemlich häßlich, Ihr solltet
also massive Ringe nehmen, die leider eine ganze Menge mehr wiegen und
kosten als Blechringe. Optimalerweise sollten die Ringe 2 cm bis 3 cm
Durchmesser haben und eine Drahtstärke von 2 mm bis 3 mm. Verschweißte
Ringe sind natürlich besser als unverschweißte Ringe. Bei
meinem letzten Versuch mit dieser Art von Rüstung habe ich für
1000 Ringe ca. 350,- DM gezahlt. 1000 Ringe reichen für eine komplette
Torsorüstung vorne und hinten, sowie die Oberschenkel. Die Ringe
sollten an 6 Stellen mit dem Leder vernäht werden, wobei man ein
sehr stabiles Garn oder Kunstsehne nehmen sollte. |
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Ringmäntel
sind nichts anderes als eine Art lockere Kette. Man nimmt einfach ein
paar tausend normale Kettenringe (12 mm Durchmesser, 1 mm Drahtstärke)
und circa 2000 Vorhangringe. Der Materialwert eines kompletten Mantels
beträgt also ca. 700,- bis 800,- DM. Andererseits ist dieses Kettenmaterial
sehr einfach und schnell herzustellen - und wiegt enorm viel. Ein kompletter
Ringmantel wiegt ca. 15 bis 20 Kilogramm. Ich persönlich trage
eine Art Kettenrock der die Oberschenkel und die Kniegelenke (und noch
ein anderes wichtiges Körperteil) schützt. Dieser Ringrock
benötigte ca. 700 Vorhangringe, wiegt ca. 5 Kilogramm und ist unheimlich
praktisch. (Und selbst für Schotten als Panzerung vertretbar.) |
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Schuppenpanzer sind
einfach herzustellen - vorausgesetzt man hat das entsprechende Werkzeug.
Im Grundsatz benötigt ihr nur eine Blechschere, einen Bohrer, einen
guten Schraubstock sowie ein paar Eisenfeilen. Ich persönlich schlage
viereckige Schuppen vor, da diese sehr viel einfacher herzustellen sind
als gerundete Schuppen. Am besten ihr nehmt Blechbänder die ca. 40
mm breit und 1 mm stark sind. Macht alle 60 mm eine Markierung auf das
Band und beginnt damit, eure Schuppen auszuschneiden. Wenn ihr alle Schuppen
ausgeschnitten habt (Ihr werdet zwischen 150 und 200 Schuppen benötigen.),
schnappt euch ein Paar stabile Lederhandschuhe und beginnt damit, die
Ränder der Schuppen abzurunden. Spannt am besten immer 10 Schuppen
zusammen in den Schraubstock und feilt die Ecken rund. Wenn ihr mit allen
Schuppen fertig seid, solltet ihr die Ränder mit Schleifpapier abrunden
und alle scharfen Kanten versäubern. Seid ihr mit diesem gesamten
Kram fertig, könnt ihr die Schuppen wieder einspannen und euch einen
Bohrer schnappen. Je nach geplanter Panzerung solltet ihr jetzt 2 oder
8 Löcher in die Schuppen bohren (Zwei Löcher jeweils in jede
Ecke). (Hier ist ein kleiner graphischer Fehler unterlaufen, da Bild
4 nur eine Bohrung in der Ecke zeigt. Diese Lochkonfiguration betrifft
nur eine normale Platte.) Die Schuppen mit den 2 Löchern sollten
diese Löcher am oberen Ende einer der 40 mm breiten Seiten haben.
Diese Löcher sollten sorgsam ausgeschliffen werden, da später
Garn oder Kunstsehne hindurch gezogen wird. Die 4-löcherigen Schuppen
müssen nicht so sorgsam ausgeschliffen werden, da diese Später
mit Kettenringen verbunden werden. Die Bauweise der chinesischen Schuppenrüstung ist in der Bilderfolge Ruestung 1 bis Ruestung 5 erklärt. Ein kleines, regeltechnisches Detail: Viele Spieler versuchen immer wieder, diesen Rüstungstypus als Plattenrüstung durchgehen zu lassen. Dafür ist diese Rüstung viel zu einfach zu tragen und viel zu beweglich. Ausserdem ist der Rüstungsschutz einer Schuppenrüstung in fast jedem LARP-System nur sehr knapp unter der Plattenrüstung angesetzt - und realistisch gesehen schützt diese Rüstung nicht mal annähernd so gut wie Plattenrüstung. Vor allem gegen Schläge mit Wucht-Waffen (Streitkolben, Morgenstern, Flegel, usw) schützt diese Rüstung praktisch überhaupt nicht. Pfeile und Bolzen tendieren dazu, zwischen die Schuppen zu rutschen und wenn dann die Unterrüstung nur aus Leder ist, geht der Pfeil eben durch... |
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Ich hab mal ein wenig Nachforschungen betrieben, und bin dan tatsächlich doch auf ein paar Informationen über diesen sehr sehr alten Rüstungstypus gestoßen. Diese Rüstung wurde von den griechischen Hopliten und den mykenischen Truppen getragen und wahr in Relation zu ihrem Gewicht ausgesprochen effektiv. Grundsätzlich
ist diese Rüstung sehr einfach herzustellen: Man benötigt
ziemlich viel Leinen und guten, wasserfesten Leim. Leinen ist relativ
teuer, deswegen schlage ich ein Alternativmaterial vor: Leinwand. Dieses
Material ist relativ billig bei Künstlermaterialien.Großhändlern
zu bekommen. Ansonsten ist Zeltleinen eine sehr gute und sehr stabile
Alternative. Mamma's Bett-Tücher sind nicht geeignet, da das Leinen
viel zu fein ist und daraus kein schöner Panzer entsteht. Zuerst bastelt Ihr, wie bei jeder Rüstung, vorher eine Rüstung aus Wellpappe, um daraus später das Schnittmuster für die Rüstung anzulegen. Wenn die Papprüstung sitzt, nehmt Ihr sie auseinander und fertigt daraus das Schnittmuster. Jetzt sollte man das Leinen bereitlegen und, je nach gewünschter Dicke der Rüstung, die Formen ausschneiden. Ein Test hat gezeigt, daß 10 bis 15 Schichten die beste Rüstung ergeben. Verdünntes Ponal ist hervorragend geeignet, es gibt aber auch speziellen, wasserfesten Leim, der bedeutend besser geeignet ist. Es ist allerdings wichtig, daß es Leim ist, da der Leim teilweise flexibel bleibt - und damit auch die Rüstung. Tapetenkleister wird zu hart und damit wird die Rüstung brüchig. Wenn die Rüstung fertig geformt, 2 bis 3 Wochen durchgetrocknet und bemalt ist, könnt Ihr die komplette Rüstung mit etwas Lack einlassen, damit sie kein Wasser mehr ziehen kann. Um den Torso gut zu formen sollte man einfach etwas »Hasendraht«-Zaun nehmen und um den Torso formen. Schneidet ein Stück von diesem Hasendraht so zurecht, daß es genau auf das Schnittmuster aus Pappe paßt und gebt etwa 3 cm Beschnitt dazu. Biegt den Beschnitt um damit das ganze stabiler wird. Jetzt legt Ihr das Teil auf den abzufomenden Körper und paßt ihn der Form an. Je perfektier Ihr die endgültige Form erwischt, um so besser wird nachher die endgültige Rüstung - also gebt euch gefälligst etwas Mühe. Mit ein wenig Arbeit ist es durchaus möglich, einen geformten Muskel-Torsopanzer hinzubekommen. Um die besten Ergebnisse zu erhalten sollten die Leinenstücke circa 2 cm Beschnitt haben. Wenn ein Stück fertig ist, sollte es dann auf die benötigte Größe zurechtgeschnitten werden. Die Schnittkante solltet Ihr so sauber wie möglich halten. Schneidet jetzt einen Streifen Leinen ab, der etwas länger ist als der Gesamtumfang des Teiles, welches Ihr einfassen wollt. Klebt erstmal nur die Mitte des Bandes auf die Beschnitt-Kante. Rollt jetzt die Ränder ein, tränkt sie mit Leim und klebt sie auf der Fläche des Teiles fest. Eine solche Einfassung sieht einfach bedeutend besser aus als ein unverkleideter Rand. Wer sich wirklich in Arbeit stürzen will, kann im Abstand von circa 7 - 8 mm kleine Löcher mit einem Abstand von 10 mm zum Rand, in das Plattenteil bohren. Jetzt klebt man mit etwas Pattex einen Lederand, der circa 15 mm in die Platte geht auf den Rand und näht ihn durch die Löcher fest. Es gibt eigentlich nicht so besonders viel über diese Technik zu sagen. Nur bei größeren Stücken gibt es einen Trick, um sie faltenfrei zu laminieren: Wickelt das leimgetränkte Stück Leinen um einen Besenstiel und rollt es dann langsam ab. Verstreicht vorsichtig alle Falten und stecht Blasen, die sich bilden, mit einer groben Spritzennadel an und laßt die Luft ab. Wenn sich die Blase überhaupt nicht schließen will, spritzt einfach etwas verdünnten Leim in die Blase und drückt sie platt. Insgesamt müßte Ihr sehr feucht arbeiten, damit das Ganze was wird. Der endgültige Panzer ist relativ hell weiß und eine sehr gute Maloberfläche. Die griechischen Originale waren wahrscheinlich sehr bunt bemalt. Meistens waren die Ränder mit einer kräftigen Farbe bemalt und die Brustplatte erhielt ein Einheitsmotiv. Also, viel Spaß beim Verziehren. |
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Es war mal wieder
einer dieser Abende wo wir alle ziemlich doof waren. Nachdem wir alle
ziemlich viel gesoffen hatten und sich die Bluna-Flaschen im Wohnzimmer
stapelten erschien uns ein seltsames Lichtwesen (Verdammt, wir hätten
doch kein Bluna Melone mitnehmen sollen.) und sagte: »Moin, Moin,
edle Recken , es wird mol wieda Zeid fü neue Rüstungen! Also
jeht hin und bastelt, Ihr faule Sägge!«. Dann sachten wir:
»Du sach ma, Du Lichtwesen Du, wir sin alle pleite. Das janze
Geld hat das Finanzamd und im Geldbeutel züchten wir Sprotten damit
wia morgen noch was zu fuddern haben.« Und da sagte dann das Lichtwesen:
»Gehd hin und sucht neue Basdelmoderiolien dord, wos keun Geld
kost!« Ja, und da sind wir dann dorthin gegangen, wo wir immer
unser billiges Zeugs herbekommen: Zum Wertstoffhof. Und dort gabs mal
wieder keine Ledersessel oder ähnliches zu holen, weil sich mal
wieder die Münchner High-Society alles geholt hatte, was zum Ambiente
paßt... Es gab nur blöde Teppiche... Meterweise falsche Perser,
wurmstichige Afghanen und schmuddelige Nepalesen. Ja, und so ist die Idee entstanden: Die Teppichrüstung. Man braucht dazu nur einen alten Teppich von der Wertstoffsammelstelle, vom Flohmarkt oder vom Sperrmüll. Dann baut man sich die übliche Rüstung aus Pappe und legt die Pappteile auf den Teppich - und zwar so, daß die Designs auf dem Teppich halbwegs mit dem Schnitt der Rüstung harmonieren. Schneidet die Teppichstücke mit circa 10 mm Beschnittrand aus und macht um diesen Rand eine sogenannte Deckennaht. Das ist irgendein spezieller Naht-Typus zum Einfassen von Stoffen. Am Besten umnäht ihr den Rand aber mit einer Ledereinfassung oder laßt ihn beim Teppichhändler "umketteln" - dann hälts auch, kostet aber ein bischen Geld. So, wenn das alles erledigt ist, näht man einfach den ganzen Mist zusammen und fertig ist die - zugegebenermasse etwas seltsame - Rüstung. Wem das zu seltsam ist, der kann einfach vorne und hinten auf den Teppich ein Stück Leinen legen und das dann durch den Teppich durch vernähen. Das sieht dann ungefähr so aus wie ein Gambeson und trägt sich auch ähnlich. Die Schulterteile sollten allerdings Teppichfarben bleiben - das sieht wirklich ganz nett aus. Ach ja: Zum Schluß
noch drei Sachen: |
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Wer kennt das nicht: Man braucht ein Tarnnetz um aus dem schnöden Iglu-Zelt einen halbwegs brauchbaren Ambientehügel zu machen. Oder um einen Tarnponcho zu nähen. Oder um diese verdammten Dixi-Toiletten zu tarnen. Und dann kostet so ein blödes Tarnnetz satte 80,- DM für ein paar Quadratmeter. Dieses Problem wurde auch an einem dieser Abende gelöst, als wir mal wieder viel zu viel Bluna getrunken hatten. Und da fanden wir Mamma's alte Vorhänge. Locker gewebt aus leicht braunem Gewebe mit der richtigen netzartigen Struktur um als Tarnnetz zu dienen. Und das Zeugs gibts meterweise für wenig Geld bei vielen Markisenläden, denn das Zeugs ist momentan alles andere als IN. Und auf Flohmärkten kann man sowas auch kaufen und auch der berüchtigte Wertstoffhof hat immer wieder solche Vorhänge auf Halde liegen. In eine Waschmaschine kriegt man circa 5 × 2,5 Meter Vorhang. Dazu schüttet man eine Mischung aus drei Viertel grüner Stoff-Farbe und einem Viertel brauner Stoff-Farbe. Das Ganze gibt ein gedecktes Olivegrün und sieht ziemlich nach Tarnnetz aus. Wer es jetzt noch richtig authentisch haben will, der kauft sich etwas Sackleinen und schneidet es in Streifen. Diese Streifen werden dann durch das Gewebe gezogen und: Voila: billige Tarnnetze. |
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Hier ist also das erste Schnittmuster dieser Seite: Der Spangenhelm. Die Schnittmuster stammen nicht von mir sondern sind Übersetzungen und Umsetzungen von Schnitten anderer Internetseiten. Sie wurden ins Deutsche übersetzt und in CorelDRAW umgesetzt. Dieses Schnittmuster ist in einer Größe angelegt, die ungefähr auf meinen Kopf paßt. Trotz der Tatsache das diese Schnittmuster auf meinen Kopf paßt, solltet Ihr das Muster erstmal aus Pappe bauen und dann ein neues Schnittmuster anlegen. Das CorelDRAW-Schnittmuster sollte nur als Vorlage für das Papp-Muster hergenommen werden. So, jetzt zu den Details: Es gibt drei Stahlbänder und vier abgerundete Stahl-Dreiecke. Alle Stahlbänder sind ca. 3 cm breit und sollten einen 5 mm breiten Rand haben, der umgebördelt wird, damit die Bänder steifer werden. Stahlband A hat die Länge des Kopfumfanges plus circa 5 cm, damit der Helm nicht zu eng am Kopf anliegt. Das Band B hat die Länge von Stirn zu Schädelbasis und Band C hat die Länge von Schläfe zu Schläfe. Es sollten nur die langen Seiten umbördelt werden, da die Bördelung sonst zu dick wird und der Helm nicht mehr zusammengesetzt werden kann. Wenn die Bördelung zu dick wird, kann sie einfach entfernt werden. Nur Band A sollte auf jeden Fall an der Ober- und Unterseite Seiten umbördelt werden. Wie der Helm zusammengesetzt
wird, wird im Schnittmuster genauer erklärt. Zuerst muß Band
A umbördelt und in Form gebracht werden. Um das Band zu schließen,
kann zwischen die obere und die untere Bördelung ein Stahlband eingefügt
werden, das über die beiden Enden des Stahlbandes geht. Durch das
Stahlband und das kleinere stahlband werden zwei Löcher gebohrt (Ich
persönlich ziehe 4 Löcher vor, da es im Endeffekt viel besser
hält.). Durch diese Löcher kommen später die Nieten, die
den Helm zusammen halten. Bis es zum vernieten des Helmes kommt, sollten
die Nieten durch normale Schrauben und Muttern ersetzt werden. Damit alleine kann man schon eine Menge anfangen. Wer kein Blech treiben kann, sollte die Helmflächen, die im Schnittmuster mit D gekennzeichnet sind, einfach aus dickem Leder machen. Das sieht auch ganz gut aus und ist nicht ganz so schwer zu erreichen wie getriebene Blechformen. Wer sich weiterhin für Böech entscheidet, dem steht jetzt eine ziemliche Tortur bevor. Als erstes braucht man einen Amboß. Die Dinger sind ziemlich teuer (Ein »deutscher Qualitätsamboß« kostet circa 2.000,- DM, billigere Versionen kosten trotzdem noch fast 1.000,- DM - wohlgemerkt, das sind dann 125 Kilogramm Ambosse wie ich sie bevorzuge. Einen leichteren Amboß kann man schon ab circa 150,- DM erstanden werden.) - Wer aber kein Geld für einen Amboß ausgeben will, der sollte mal beim örtlichen Schrottplatz vorbeischauen oder bei der Deutschen Bahn nachfragen, ob es in euerer Nähe einen Bahn-Schrottplatz gibt. Warum? Ich denke mal Ihr könnt langsam erraten, worauf ich hinaus will: Besorgt euch eine Flex und Sägt ein Stück einer Eisenbahnschiene ab - circa 20 cm lang. Wenn Ihr schon dabei seid, sägt euch mindestens 5 oder 6 dieser Ambosse und schickt mir einen... Durch den unteren T-Träger bohrt Ihr vier Löcher und dann nagelt Ihr das Ding mit möglichst großen Nägeln an einen Baumstumpf. Am Besten schachtet Ihr ein Loch in Größe der Basis des Behelfs-Amboß aus dem Baumstumpf aus und nagelt dort den Amboß hinein - hält einfach besser. Ein witziger Trick, den mir ein Schmied verraten hat: Die Nägel ins Tiefkühlfach legen und kalt ins Holz nageln. Wenn die Dinger warm werden, kriegt man sie bestimmt nicht mehr so leicht raus. So, jetzt haben wir also einen Amboß - jetzt brauchen wir noch was zum treiben. Eigentlich bräuchte man einen Bleiblock - aber ein Stück Holz tut es auch. Ein zweiter Baumstumpf muß herhalten. Besorgt euch ein Stämm-Eisen und macht eine schüsselartige Vertiefung in den Baumstumpf. In diese Vertiefung werden die Blechstücke reingetrieben. Da kann ich leider keine Hilfestellung geben - Ich hab den schnellen Weg gewählt und Leder genommen... Auf jeden Fall hämmert Ihr so lange auf die Blechstücke ein, bis die Dinger in das Helmgestell passen. Dann werden die obligatorischen Löcher in die Flächen und die Bänder gebohrt und die Flächen in das Gestell eingepaßt. Jetzt müssen nur noch die Nieten durch und fertig ist der Helm... So oder so ähnlich sollte es laufen. Und hier noch das Schnittmuster. (Auf das Bildchen klicken um die CorelDRAW-Datei (Version 7.0) runter zu laden.) |